Nachhaltigkeitsversprechen in der Pharmaindustrie sind 2026 allgegenwärtig. „Umweltfreundlich“, „Recycelbar“, „Kohlenstoffarm“. Die meisten dieser Versprechen halten einer Überprüfung nicht stand, da die eigentliche Verpackung immer noch aus einem Materialmix aus Kunststoff und Aluminium besteht, lediglich für das Marketingfoto wird eine Papierhülle angebracht. Wirklich nachhaltige Arzneimittelverpackungen sind schwieriger herzustellen, aber leichter zu erkennen, wenn man weiß, worauf man achten muss.
Was Nachhaltigkeit tatsächlich bedeuten muss
Drei konkrete Tests. Eine Packung ist dann nachhaltig, wenn sie alle drei erfüllt:
Erneuerbare Rohstoffe. Die Materialien stammen aus regenerierenden Quellen. FSC-zertifizierter Karton, biobasierte Kunststoffe, Recyclingfasern. Kein Zellstoff aus Kahlschlagwäldern, kein Kunststoff aus Erdöl.
Recyclingfähig. Die Verpackung kann in den Ländern, in die sie geliefert wird, recycelt werden. Verpackungen aus einem einzigen Material gehören in den regulären Recyclingkreislauf. Verpackungen aus mehreren Materialien hingegen nicht, unabhängig vom Symbol auf dem Karton.
Geringere Produktionsauswirkungen. Der Energie- und Wasserverbrauch des Verpackungsprozesses selbst ist deutlich geringer. Hier hat die Kaltversiegelung gegenüber der Heißversiegelung die Nase vorn: 80 % weniger Energieaufwand auf Linienebene.
Die meisten Pharmaverpackungen fallen bei mindestens einem dieser Tests durch. Ein ehrliches Nachhaltigkeitskonzept räumt die Schwächen ein.
Wo die Nachhaltigkeit in der Pharmabranche wirklich schwierig wird
Pharmaverpackungen dienen dem Schutz des Wirkstoffs. Die Barriereanforderungen erfordern oft Materialien, die nicht vollständig recycelbar sind. Ein hygroskopischer Wirkstoff benötigt eine Primärverpackung aus Aluminium-Aluminium. Aluminium ist zwar prinzipiell recycelbar, ist aber in der Blisterverpackung mit Kunststoff verbunden, und die meisten kommunalen Recyclingkreisläufe trennen diese Materialien nicht.
Der Zielkonflikt ist real: maximaler Schutz gegen maximale Recyclingfähigkeit. Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Am besten wählt man den richtigen Punkt auf der Kompromisskurve für sein Produkt und kommuniziert dies klar und deutlich.
Cold seal Geldbörsen: Die nachhaltigste Geschichte, die sich am besten verteidigen lässt
Cold seal Blisterverpackungen bestehen aus FSC-zertifiziertem Karton mit einer kleineren Blisterkammer im Inneren. Der Klebstoff ist wasserbasiert und lösungsmittelfrei, sodass sich die Schichten am Ende der Nutzungsdauer trennen lassen. Der Patient öffnet die Verpackung, recycelt den Karton und entsorgt die kleinere Blisterverpackung.
Das ist die am besten zu begründende Nachhaltigkeitsaussage bei Pharmaverpackungen. Die Kartonschicht ist recycelbar. Die Blisterverpackung ist klein. Das Kaltsiegelverfahren verbraucht 80 % weniger Energie als das Heißsiegeln. Das ist alles kein Greenwashing.
Was wird sich im Jahr 2026 verbessern?
Drei Bereiche, in denen sich die Technologie tatsächlich verändert hat:
Blisterverpackungen aus nur einem Material. Neue thermoplastische Formulierungen erreichen eine nahezu perfekte Alu-Alu-Barriere ohne Metallschicht, wodurch die gesamte Verpackung im Kunststoffkreislauf recycelbar ist. Noch ein Nischenprodukt, aber in Sicht.
Karton mit Recyclinganteil. FSC-zertifizierte Recyclingfasern sind für die meisten Pharmaverpackungen mittlerweile genauso leistungsfähig wie Frischfaserzellstoff. Der Preisaufschlag sinkt.
Berichterstattung über den tatsächlichen CO₂-Fußabdruck. Pharmaunternehmen, die ESG-Vorgaben unterliegen, fordern zunehmend Daten zum CO₂-Fußabdruck pro Packung. Wir veröffentlichen unsere Daten auf Anfrage, wodurch die Nachhaltigkeitsaussage überprüfbar und nicht nur ein Marketingversprechen ist.
Wo man Greenwashing erkennen kann
Einige Muster, auf die man achten sollte:
- „Recycelbar“ auf einer Verpackung aus gemischten Materialien, die in keinem gängigen Recyclingkreislauf angenommen wird.
- "Umweltfreundlich" ohne konkrete Messgröße.
- „Reduzierter Kohlenstoffgehalt“ ohne Bezugspunkt oder Vergleichsgrundlage.
- FSC-Logo auf einer Packung, bei der nur der Umkarton FSC-zertifiziert ist, die Blisterverpackung jedoch nicht.
Streng genommen sind all diese Aussagen keine Lügen. Sie stellen aber auch keine nützlichen Informationen dar.
Wenn Sie nachhaltige Verpackungen spezifizieren
Beginnen Sie mit der API-Barriereanforderung. Wählen Sie anschließend das Format, das den Anteil gemischter Materialien minimiert und gleichzeitig die Stabilität gewährleistet. Validieren Sie die Recyclingfähigkeit in Ihren Zielmärkten, nicht nur prinzipiell. Veröffentlichen Sie Ihre Ergebnisse.
Wir tun all dies für unsere Kunden. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie eine Nachhaltigkeitsbewertung für Ihre aktuelle Verpackung oder eine neue Produkteinführung wünschen.
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