Eine Blistertablette ist im Grunde eine Tablette, die in einer Blisterpackung verpackt ist: eine Dosis pro Vertiefung, versiegelt unter Folie. Dieses Format ist aus gutem Grund weltweit führend bei festen oralen Darreichungsformen. Es bietet vier Vorteile, die Flaschen nicht so gut bieten, und die Pharmaindustrie hat sechzig Jahre in die Weiterentwicklung dieser Technologie investiert.
Was der Blister tatsächlich bewirkt
Die Vertiefung um jede Tablette schließt sie luftdicht ab. Das klingt trivial, bis man bedenkt, dass die meisten Wirkstoffe durch Feuchtigkeit, Sauerstoff, Licht oder eine Kombination dieser Faktoren abgebaut werden. Die Vertiefung schafft ein Mikroklima, das während der gesamten Haltbarkeitsdauer von in der Regel zwei bis drei Jahren erhalten bleibt, selbst wenn die restliche Packung bereits geöffnet ist.
Bei Flaschen ist es genau umgekehrt. Öffnet man eine Flasche einmal, befinden sich ab diesem Zeitpunkt alle Tabletten im Inneren in derselben Luft. Bei instabilen Wirkstoffen bedeutet das einen monatelangen Haltbarkeitsverlust ab dem Moment des Öffnens.
Die Therapietreue der Patienten ist der verborgene Wert
Das größere Problem der Pharmaindustrie ist nicht die Wirksamkeit der Medikamente, sondern deren Einnahme durch die Patienten. Die WHO schätzt, dass 50 % der Patienten mit chronischen Erkrankungen in Industrieländern ihre Medikamente nicht wie verordnet einnehmen. Die Hälfte. Das ist der Unterschied zwischen wirksamen Therapien und verschwendeten Medikamenten.
Eine Blisterpackung für Tabletten mit Kalenderansicht ist eine der kostengünstigsten und am besten belegten Maßnahmen zur Verbesserung der Therapietreue in der modernen Pharmaindustrie. Patienten schauen kurz in ihr wallet, prüfen, ob die Dosis für Dienstag noch vorhanden ist, und nehmen sie gegebenenfalls ein. Studien belegen eine Steigerung der Therapietreue um etwa 30 %. Bei chronischen Erkrankungen führt dies zu messbaren klinischen Ergebnissen.
Die Materialien sind wichtiger, als die meisten Menschen denken
Eine PVC-Blisterverpackung und eine Alu-Alu-Blisterverpackung sehen aus der Ferne ähnlich aus. Sie sind jedoch nicht ähnlich. PVC eignet sich gut für stabile Formulierungen, bietet eine grundlegende Feuchtigkeitsbarriere und ist am kostengünstigsten. Alu-Alu (kaltgeformtes Aluminium) bietet die höchste Barrierewirkung in der pharmazeutischen Verpackung und ist die erste Wahl, wenn der Wirkstoff hygroskopisch, lichtempfindlich oder beides ist.
Wählt man die falsche Option, zeigen sich die Kosten in den Stabilitätsdaten nach neun bis zwölf Monaten. Wählt man die richtige, rettet man den Marktstart.
Cold seal vs. Heißsiegelung bei Blistern
Es gibt zwei Möglichkeiten, den Deckel mit dem Hohlraum zu verbinden. Beim Heißsiegeln werden Temperatur und Druck kombiniert. Dies eignet sich gut für stabile Wirkstoffe, ist aber schädlich für temperaturempfindliche Produkte. Bei Cold seal wird nur Druck ohne Hitze eingesetzt. Dadurch werden Biologika und andere temperaturempfindliche Wirkstoffe während des Montagevorgangs geschützt.
Cold seal ist zudem schneller und verbraucht rund 80 % weniger Energie als das Heißversiegeln. Wir haben diese Technologie in den 1990er-Jahren entwickelt und betreiben heute die größte Produktionsanlage für Kaltversiegelungsblister in der EU-Pharmabranche. Weitere Informationen aus technischer Sicht finden Sie hier.
Wann die Pharmaindustrie etwas anderes wählen sollte
Blister sind für die meisten festen oralen Arzneimittel geeignet, jedoch nicht für alle. Brausetabletten benötigen eine feuchtigkeitsregulierende Tube mit Trockenmittelverschluss. Bei rezeptfreien Produkten mit sehr hohem Absatzvolumen ist die Abfüllung in HDPE-Flaschen oft günstiger. In manchen Krankenhäusern werden Großpackungen zum Umfüllen vor Ort benötigt.
In allen anderen Fällen ist die Blisterverpackung hinsichtlich Stabilität, Therapietreue und Manipulationssicherheit überlegen. Schildern Sie uns Ihre Tablette und wir ermitteln das passende Blisterformat.
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