Cold seal ist eine jener Technologien, die in den 1990er-Jahren noch experimentell klangen und heute in Europa Standard für die meisten hochwertigen Blisterverpackungen von Pharmazeutika sind. Der Grund dafür liegt nicht im Marketing. Vielmehr zeigt die technische Berechnung der Vorteile von Heißsiegel- und Kaltversiegelungsanlagen eindeutig, dass die Kaltversiegelung die bessere Wahl ist.
Wie Kaltversiegelung funktioniert
Bei der Herstellung der Geldbörse wird ein wasserbasierter Klebstoff auf zwei Kartonschichten aufgetragen. Beim Zusammenfügen der Schichten mit einer dazwischenliegenden Blisterverpackung aktiviert mechanischer Druck den Klebstoff und erzeugt eine dauerhafte Verbindung. Keine Hitze, keine Temperatur, kein Aufwärmen.
Das ist die ganze Geschichte. Die Komplexität liegt in der Klebstoffchemie, nicht im Herstellungsverfahren. Cold seal müssen unter Druck zuverlässig haften, bei Raumtemperatur über die gesamte Haltbarkeitsdauer inert bleiben und dürfen auch nach jahrelanger Lagerung nicht in den Wirkstoff migrieren. Wir optimieren unsere Klebstoffe seit den 1990er-Jahren.
Was ändert sich, wenn man die Hitze entfernt?
Im Wesentlichen drei Dinge:
Energie. Heißsiegelanlagen durchlaufen ständige Aufwärmzyklen. Der Energieverbrauch einer Heißsiegelanlage ist etwa fünfmal so hoch wie der einer Kaltsiegelanlage bei gleichem Durchsatz. Das entspricht einer Reduzierung um 80 % – keine Marketingzahl.
Schutz des Wirkstoffs. Beim Heißsiegeln wird das Produkt kurzzeitig erhöhten Temperaturen ausgesetzt. Für die meisten stabilen Wirkstoffe ist das unproblematisch. Bei Biologika, Hormontherapien und bestimmten hitzeempfindlichen Spezialarzneimitteln stellt dies jedoch ein Stabilitätsrisiko dar, das man möglichst vermeiden möchte.
Linienverhalten. Cold seal startet schneller (keine Aufwärmphase), wechselt Formate schneller (keine Abkühlung) und erzeugt weniger Abfall bei Stillständen. Die Bediener schätzen die höhere Vorhersagbarkeit der Linie.
Wann Kaltversiegelung die falsche Wahl ist
Zwei Anwendungsfälle. Erstens: Traditionelle Tiefzieh-Blisterverpackungen, bei denen die Folie selbst durch Hitze mit dem Kunststoffhohlraum verbunden wird. Dieses Verfahren erfordert Hitze. Wir betreiben auch für diese Produkte Heißsiegelanlagen.
Zweitens, bei sehr großen Mengen an rezeptfreien Arzneimitteln, wo der Kostenvorteil von Hochgeschwindigkeits-Heißsiegelanlagen pro Einheit die Energieeinsparungen überwiegt. Für Vitamine und rezeptfreie Schmerzmittel im Massenmarkt ist das Heißsiegelverfahren nach wie vor die beste Wahl.
In allen anderen Fällen ist die Kaltversiegelung die beste Wahl. Deshalb entscheiden sich 90 % unserer Pharmakunden standardmäßig dafür.
Der Recyclingaspekt
Cold seal Blisterverpackungen kombinieren FSC-zertifizierten Karton mit der Blisterverpackung im Inneren. Da der Klebstoff wasserbasiert und lösungsmittelfrei ist, kann die Kartonschicht am Ende ihrer Lebensdauer abgetrennt und recycelt werden. Damit gehört die Kaltversiegelung zu den wenigen Pharmaverpackungen, die tatsächlich Nachhaltigkeit vermitteln, anstatt nur leere Versprechungen zu machen.
Für Pharmaunternehmen, die unter dem Druck der ESG-Berichterstattung stehen, gewinnt dies zunehmend an Bedeutung. Der CO₂-Fußabdruck pro Packung ist publizierbar, die Recyclingfähigkeit ist real, und der Kaltversiegelungsschritt selbst benötigt nur einen Bruchteil der Energie des Heißversiegelungsprozesses.
Wie geht es von hier aus mit der Kaltversiegelung weiter?
Die Technologie ist 2026 ausgereift. Die interessante Innovation liegt im Verpackungsformat: Titrationsschemata mit farbcodierten Schritten in 168 Fächern, kindersichere Locked4Kids Varianten für verschreibungspflichtige Medikamente und mehrsprachige Verpackungen für internationale Markteinführungen. Der Kaltversiegelungsschritt selbst ist die unspektakuläre Grundlage.
Wenn Sie eine neue Verpackung spezifizieren und sich fragen, ob Kaltversiegelung die richtige Lösung für Ihre Anwendung ist, beschreiben Sie uns Ihr Produkt. Die Antwort hängt von Ihren Stabilitätsdaten, Ihrem Patientenprofil, Ihrem Markteinführungsgebiet und Ihren Nachhaltigkeitszielen ab. Wir klären das gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.
Fordern Sie jetzt ein kostenloses Muster an!





