Karton bietet die besten Nachhaltigkeitsvorteile unter den Verpackungen. Er ist erneuerbar, recycelbar, biologisch abbaubar und hat im Vergleich zu Plastik eine geringe CO₂-Bilanz. Das stimmt im Großen und Ganzen. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass Pharmaverpackungen zusätzliche Komplikationen mit sich bringen, die in den meisten Diskussionen über Karton nicht berücksichtigt werden.
Warum Karton auf dem Papier gewinnt
Herkunft: FSC-zertifizierter Karton stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, nicht aus Kahlschlag. Die Fasern sind innerhalb von 30 Jahren erneuerbar, was aus ökologischer Sicht schnell ist.
Recyclingfähigkeit: Etablierte globale Infrastruktur, mit Recyclingquoten für Papier und Karton in der EU von rund 80 %. Jede Faser kann fünf- bis siebenmal recycelt werden, bevor sie zu kurz ist, um erneut gebunden zu werden.
Ende des Produktlebenszyklus: biologisch abbaubar. Wenn eine Kartonverpackung auf einer Mülldeponie landet, zersetzt sie sich innerhalb weniger Monate ohne Mikroplastikrückstände. Plastik hingegen nicht.
Der CO₂-Fußabdruck ist in den meisten Lebenszyklusanalysen 30-50 % niedriger als bei vergleichbaren Kunststoffverpackungen. Die Werte variieren je nach verwendetem Energiemix in der Produktion, aber Karton schneidet in der Regel am besten ab.
Wo die Öko-Bilanz des Kartons nicht hält, was sie verspricht
Einige Fälle, in denen die Überschrift nicht zutrifft:
Beschichteter Karton. Eine Kunststofffolie oder Aluminiumbeschichtung auf der Kartonoberfläche verhindert das Recycling. Das Mischmaterial kann nicht über die üblichen Papierkreisläufe verarbeitet werden.
Zellstoff ohne Zertifizierung. Stammt der Karton aus abgeholzten Wäldern, ist das Argument der Nachhaltigkeit hinfällig. FSC- und PEFC-Zertifizierungen sind wichtig.
Keine Recyclinginfrastruktur. In Märkten ohne Papierrecycling landet Karton wie alles andere auf der Mülldeponie oder in der Verbrennungsanlage.
Feuchte Verunreinigung. Mit Lebensmittelresten oder Chemikalien verunreinigte Kartons dürfen nicht ins Altpapier. Pharmaverpackungen sind in der Regel sauber genug, aber eine Überprüfung ist ratsam.
Spezifische Herausforderungen der Pharmaindustrie
Pharmaverpackungen benötigen einen Barriereschutz, den Karton allein nicht bieten kann. Die Blisterverpackung schützt den Wirkstoff vor Feuchtigkeit und Sauerstoff, die umgebende Kartonhülle enthält die gedruckten Informationen. Daher stellt sich die Frage: Lassen sich die einzelnen Schichten am Ende ihrer Lebensdauer trennen?
Cold Seal Wallet-Formate eignen sich hierfür am besten. Die Blisterkammer besteht aus Kunststoff oder Aluminium, der wallet selbst aus FSC-zertifiziertem Karton, und die Verklebung erfolgt mit einem wasserbasierten, lösungsmittelfreien Klebstoff. Der Patient kann den wallet vom blister trennen, den wallet recyceln und den (kleinen) blister im Restmüll entsorgen.
Im Gegensatz dazu landet eine heißversiegelte Mischmaterialverpackung, bei der die Schichten miteinander verschmolzen sind, auf der Mülldeponie oder in der Verbrennungsanlage.
Was wir tatsächlich tun
Alle Ecobliss-Kartons und wallets bestehen aus FSC-zertifiziertem Karton (Lizenz C194323). Unser Kaltklebstoff ist wasserbasiert und lösungsmittelfrei, wodurch die Kartonschicht recycelbar bleibt. Auf Anfrage veröffentlichen wir die CO₂-Bilanz pro Packung, sodass unsere Nachhaltigkeitsaussage überprüfbar ist und kein bloßes Marketingversprechen bleibt.
Wenn Sie eine ESG-Prüfung Ihrer Verpackungen durchführen und konkrete Zahlen benötigen, kontaktieren Sie uns. Wir liefern Ihnen tatsächliche Lebenszyklusdaten, keine vagen Behauptungen.
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